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Dominik
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Name: Dominik Müller
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Arten: Mediterrane Landschildkröten, Streifenköpfige Bartagame, Hunde
Wohnort: Lahn-Dill-Kreis

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Verfasst am:
05.01.2008, 19:01 Winterstarre (Hibernation) mediterraner Landschildkröten |
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Winterstarre (Hibernation) mediterraner Landschildkröten
Was ist das? Muss das sein? Wie genau wird es gemacht?
Allgemeines zur Winterstarre
Mediterrane Landschildkröten halten die Winterstarre (Hibernation genannt) um die Kälteperiode (also den Winter) zu überbrücken, da sie zu dieser Jahreszeit weder ihre Vorzugstemperatur von ca. 35-37°C erreichen können, noch Nahrung finden. Aus diesem Grund nennt man diesen Zustand auch Kältestarre. Einige nicht-mediterrane Arten (bspw. die Vierzehenschildkröte) halten neben der Kältestarre auch noch eine Hitzestarre.
Die Hibernation gehört also zum natürlichen Jahreszyklus der mediterranen Landschildkröten und muss auch in Gefangenschaft lebenden Tieren, schon ab dem 1. Lebensjahr unbedingt ermöglicht werden. Gerade bei Jungtieren ist die Winterstarre notwendig, da diese sonst viel zu schnell wachsen und daran erkranken. Tiere die von Anfang an eine Hibernation halten, sind außerdem wesentlich widerstandsfähiger und agiler!
Auslöser der Kältestarre
Landschildkröten sind, wie alle Reptilien, wechselwarm (poikilotherm) und können ihre Körpertemperatur nicht, wie Säuger es können, selber regeln, sondern sind auf die Umgebungstemperatur und vor allem die wärmende Sonne angewiesen. Die Körpertemperatur passt sich also der Umgebungstemperatur an, wie folgendes Diagramm deutlich macht:
Der Stoffwechsel arbeitet bei einer Vorzugstemperatur von ca. 35-37°C optimal und die Tiere sind aktiv. Bei kühleren Temperaturen tritt logischerweise genau das Gegenteil ein. Die Tiere bewegen sich sehr träge und der Stoffwechsel arbeitet nur sehr langsam und unvollständig. Deshalb ist es auch so wichtig, dass die Tiere immer zwischen warmen und kühleren Bereichen wählen können um sich so auf "Betriebstemperatur" bringen zu können.
Bei Temperaturen unter 20°C schränken die Verdauungsenzyme langsam aber stetig ihre Aktivität ein, sodass die Schildkröten bei weiter sinkenden Temperaturen immer weniger Nahrung aufnehmen. Sie stellen nach einer gewissen Zeit die Nahrungsaufnahme komplett ein und fangen an ihren Darm zu entleeren. Wenn die entsprechend niedrige Temperatur von unter 7°C erreicht wird, "fallen" die Tiere in die Winterstarre und reduzieren ihren Stoffwechsel auf ein Minimum. Nach W. Wegehaupt (2006) beträgt die Herzfrequenz bei etwa 5°C Körpertemperatur nur noch vier Schläge in der Minute. Auch der Sauerstoffbedarf ist in diesem Zustand stark herabgefahren, sodass nur noch wenige Atemzüge pro Minute stattfinden.
Die "innere Uhr" der Schildkröten wird durch verschiedene Faktoren gesteuert. U. a. durch
Vitamin D3 (Cholecalciferol)
wird durch UV-B-Strahlung im Körper gebildet und ist u. a. für die Produktion verschiedener Hormone, die Einlagerung von Calcium in die Knochen und einige Verhaltensweisen zuständig. Der UV-B-Anteil des natürlichen Sonnenlichts nimmt allerdings im Herbst immer weiter ab und ist im Winter schließlich 1300% geringer als im Sommer.
Serotonin (Neurotransmitter)
Serotonin ist ein Monoamin, das im Organismus als Gewebshormon bzw. als Neurotransmitter im Zentralnervensystem, Darmnervensystem (regt die Darmperistaltik an), Herz-Kreislauf-System und im Blut fungiert. Im Gehirn werden bestimmte - für den Appetit auf Nahrung zuständige - Regionen beeinflusst.
Melatonin (Hormon)
wird in der Zirbeldrüse (Epiphyse), einem Teil des Zwischenhirns aus Serotonin produziert und steuert den Tag-Nacht-Rhythmus. Bei Dunkelheit erfolgt eine erhöhte Melatoninsynthese. Deshalb soll Melatonin eine entscheidende Rolle bei der Regulation des "biologischen Zeitsinns" haben. Bei niederen Wirbeltieren hat Melatonin einen Einfluss auf den Pigmentstoffwechsel. Als Gegenspieler des Melanophorenhormons bewirkt Melatonin eine Aufhellung der Hautfarbe.
Glucocorticoid (Zuckerhormon)
Dieses Hormon ist an der Energieversorgung des Organismus beteiligt und tritt bei der Stressbewältigung und Regulation des Schlaf-Wach-Rhythmus auf. Ausgelöst durch bestimmte Reize kommt es zur Ausschüttung von adrenocorticotropem Hormon, welches in der Nebennierenrinde die Synthese der Glucocorticoide aus Cholesterin stimuliert. Mit Hilfe geeigneter Transportproteine werden die verschiedenen Produkte dann über das Blut an ihre Zielorgane weitergeleitet. Die Glucocorticoide stimulieren den Stoffwechsel und lässt unsere Schildkröten von der Ruhe- in die Aktivitätsphase über gehen. Während der Hibernation ist der Glucocorticoidspiegel konstant.
Wichtiges vor der Winterstarre:- nur gesunde Schildkröten dürfen eine Hibernation (Winterstarre) halten. Kranke Tiere müssen behandelt und über den Winter hinweg warm gehalten werden!
- im Spätsommer sollte frischer Kot auf Darmparasiten untersucht werden und die Tiere ggf. entwurmt werden!
- ein geeigneter Überwinterungsplatz mit ca. 5°C muss vorhanden sein (z. B. ein kalter Keller) oder geschaffen werden (z. B. Anschaffung eines separaten Kühlschranks)!
- Schildkröten müssen sich vor der Winterstarre keine Fettreserven anfressen, sondern ihren Verdauungstrakt entleeren, weshalb sie auch öfters gebadet werden sollten!
Vorbereitung auf die Winterstarre
Wie oben bereits geschrieben, stellen sich die Schildkröten durch abnehmende Tageslänge, fallende Temperaturen (vorallem nachts), geringerer UV-B-Anteil im Sonnenlicht und auch hormonellbedingt, selbstständig auf die Winterstarre ein.
Diese selbstständige Vorbereitung kann jedoch nur stattfinden, wenn die Tiere draußen in ihrem Freilandgehege gehalten werden. Da bei uns in Deutschland bekanntlich kein mediterranes Klima herrscht und es somit wesentlich früher kälter wird als im Biotop der Tiere, müssen wir die Aktivität mit Hilfe eines Frühbeets oder Gewächshauses, künstlich verlängern. Natürlich muss das Frühbeet/Gewächshaus auch geeignet sein und mit der entsprechenden Technik versehen werden (siehe "Freilandgehege").
In diesen beheizten Schutzhütten werden die Tiere bis Oktober warm und somit aktiv gehalten (siehe obigen Plan) und schließlich durch Absenken der Temperaturen und der Wärmequelle auf die Winterstarre vorbereitet (siehe Plan weiter unten). Die Schildkröten verringern stetig die Nahrungsaufnahme, bis zu schließlich keine Nahrung mehr aufnehmen, aber noch mehr oder weniger aktiv sind und somit langsam ihren Verdauungstrakt entleeren. Die Entleerung wird durch ein handwarmes Bad (2mal pro Woche während der Vorbereitung) unterstützt. Mit diesem Entleeren wird verhindert, dass Nahrung im Verdauungstrakt fault und gärt. Durch die Bäder können die Schildkröten außerdem nochmal ihren Wasserhaushalt für die lange Winterstarre auffüllen. Sind die Temperaturen schließlich konstant tief, lassen sich die Schildkröten nicht mehr blicken. Jetzt beginnt die eigentliche Winterstarre der Tiere.
Die Vorbereitung auf die Winterstarre verläuft bei jedem Tier unterschiedlich und dauert 3 bis 6 Wochen. Die einen stellen die Nahrungsaufnahme früher ein, die anderen später. Andere sind länger aktiv, andere tauchen früher ab.
Drosselung der Beleuchtung & Temperatur
Damit sich die Schildkröten während der Vorbereitung auch optimal auf die Winterstarre einstellen, habe ich einen 4-wöchigen Plan entworfen, der allerdings nicht auf jedes Tier zutreffend sein kann, denn, wie bereits geschrieben, dauert es bei den einen Individuen nicht so lange und bei anderen etwas länger, bis sie die Nahrungsaufnahme einstellen und schließlich inaktiv werden.
Wichtig: Wenn die Schildkröten die Nahrungsaufnahme eingestellt haben, benötigen sie zur Entleerung des Darms etwa 2-3 Wochen. Das heißt, dass danach noch 2-3 Wochen vergehen müssen, bevor die Tiere eingewintert werden dürfen. Bitte vergessen Sie nicht, dass die Tiere in dieser Zeit unbedingt noch eine Aufwärmmöglichkeit benötigen!
Woche 1
Die Grundbeleuchtung muss im Freien logischerweise nicht reduziert werden, da die Tage automatisch kürzer werden.
Der Wärmestrahler (z. B. Spotstrahler) ist 5 Stunden angeschaltet.
Die Umgebungstemperatur beträgt tagsüber ca. 20°C und nachts ca. 12°C.
2mal pro Woche handwarm baden (etwa 5min).
Woche 2
Der Wärmestrahler ist 4 Stunden angeschaltet.
Umgebungstemperatur tagsüber auf 17°C und nachts auf 10°C reduzieren.
Die Tiere nehmen kaum noch Nahrung zu sich.
2mal pro Woche handwarm baden (etwa 5min).
Woche 3
Wärmestrahler auf 3 Stunden reduzieren.
Umgebungstemperatur tagsüber auf 15°C und nachts auf 8°C reduzieren.
Die Tiere stellen die Nahrungsaufnahme komplett ein.
Ab der 3. Woche sind die Tiere schon relativ inaktiv.
2mal pro Woche handwarm baden (etwa 5min).
Woche 4
Wärmestrahler auf 2 Stunden reduzieren.
Umgebungstemperatur tagsüber auf 10°C und nachts auf ca. 6°C reduzieren.
Es findet keine Nahrungsaufnahme mehr statt.
Die Überwinterungsboxen sollten nun schon bereit stehen.
2mal pro Woche handwarm baden (etwa 5min).
Vorbereitung im Haus (Terrarium)
Viele Halter möchten ihre Jungtiere im Herbst und Frühling im Terrarium halten, weil sie sie dort besser kontrollieren können als in einem Freilandgehege. Diese Art von Vorbereitung ist jedoch nur praktizierbar, wenn ein entsprechender Raum vorhanden ist, in dem die Temperaturen runtergefahren werden können. In einem normalgeheizten Raum ist dies nicht möglich - gerade die tiefen Nachttemperaturen sind wichtig für die Vorbereitung! Die obigen Pläne können hier genauso als kleine Richtlinie genutzt werden, als bei der Vorbereitung im Frühbeet/Gewächshaus. Der einzige Unterschied ist der, dass im Haus auch die Beleuchtung (Grundhelligkeit), z. B. der HQI-Strahler, runtergefahren werden muss. Hier können Sie sich nach der "echten" Sonne richten und die Tage somit auch im Haus jede Woche verkürzen.
Überwinterungsmöglichkeiten
Hier gibt es mehrere Methoden, die von verschiedenen Züchtern erfolgreich praktiziert werden. Zwei solcher Methoden möchte ich Ihnen hier vorstellen:
Frühbeet- bzw. Gewächshausmethode
Eine Überwinterung im Frühbeet oder Gewächshaus stellt wohl die natürlichste Methode dar. Allerdings bedarf es hierfür einer speziellen Überwinterungsgrube, die unter dem Frühbeet/Gewächshaus angelegt werden muss. Diese Überwinterungsgrube muss frostsicher sein und Schutz vor Fressfeinden bieten. Um den Frostschutz zu gewährleisten, sollte die Grube eine Tiefe von 80-90cm aufweisen. Damit keine Fressfeinde an die Tiere kommen, sollte der Frühbeetkasten/das Gewächshaus auf einem Fundament platziert sein, welches rundherum Schutz bietet. Am Grund der Überwinterungsgrube sollte ein engmaschiger Draht ausgelegt werden. Damit sich bei den eingegrabenen Tieren kein Wasser sammelt, wird über dem Draht eine Drainage aus grobem Schotter angelegt. Um die Temperaturen in der Grube während der Überwinterung überprüfen zu können, sollte man einen Temperaturfühler in der Überwinterungsgrube installieren. Auf die Drainage kommt nun das Substrat in das sich die Schildkröten vergraben können. Es besteht in unseren Schutzhütten aus humoser Gartenerde und Kokosfasersubstrat, welches leicht feucht gehalten werden kann. Sind die Schildkröten nun alle in dieser Überwinterungsgrube vergraben und lassen sich nicht mehr blicken, wird das Frühbeet/Gewächshaus mit feuchtem Buchenlaub, das wie eine Dämmung wirkt, aufgefüllt. Dies ist wichtig, weil meist nicht die tiefen sondern die hohen Temperaturen bei Sonneneinstrahlung die Gefahr darstellen. Steigt die Temperatur im Inneren stark an, graben sich die Schildkröten wieder nach oben. Fallen dann die Temperaturen nachts wieder in den Keller, besteht die Gefahr, dass sich die Tiere nicht rechtzeitig tief genug vergraben können und somit erfrieren. Es empfiehlt sich also dringend, dass Frühbeet/Gewächshaus zu beschatten!
Messungen von Thorsten Horn zeigen, dass die Temperaturen in der Erde, trotz hoher Außenschwankungen (von z. T. unter -10°C und über +10°C), relativ konstant bei +5°C liegen.
Eine ausführliche Anleitung zum Bau einer solchen Überwinterungsgrube finden Sie auf der Website von Gerhard Eger unter http://www.villa-testudo.de/index.php?id=30
Kühlschrankmethode
Diese Methode wird immer häufiger praktiziert, da viele Halter den Tieren keinen geeigneten Überwinterungsplatz bieten können. Entweder ist kein ausreichend kühler Keller vorhanden oder das Frühbeet/Gewächshaus nicht entsprechend dafür angelegt. Der Vorteil bei der Überwinterung im Kühlschrank ist der, das man schnell und unkompliziert eine Kontrolle durchführen kann und die Temperatur entsprechend einstellen kann. Hier ist jedoch nicht jeder Kühlschrank geeignet, denn er muss die erforderliche Temperatur von 3,5 bis 6,5°C halten und erschütterungsfrei laufen. Selbstverständlich muss für die Überwinterung ein separater Kühlschrank verwendet werden. Eine Überwinterung im Küchenkühlschrank ist 1. aus hygienischen Gründen und 2. aufgrund des täglichen Öffnens und den daraus resultierenden Erschütterungen abzulehnen! Die Schildkröten bereiten sich in ihrem Frühbeet/Gewächshaus selbstständig auf die Winterstarre vor. Während der Vorbereitung wird der Kühlschrank so eingestellt, dass im Inneren Temperaturen von ca. 5°C herrschen. Sind die Tiere inaktiv, kommen also nicht mehr aus ihrem versteck hervor, werden die Überwinterungskisten vorbereitet.
Diese Überwinterungskisten stellen bei uns Plastikboxen dar, welche rundherum mit Löchern versehen sind, damit 1. die Luft zirkulieren kann und sich 2. keine Staunässe bildet. Das Substrat besteht aus Kokosfasersubstrat und Floraton-3 und ist etwas tiefer als die Schildkröte hoch ist. Sind diese Boxen vorbereitet, werden sie schonmal für einige Stunden in den Kühlschrank gestellt und nochmals die Temperatur geprüft.
Die im Frühbeet/Gewächshaus schon ruhenden Schildkröten werden nun früh am Morgen in die Überwinterungsboxen auf das Substrat gesetzt. Der Rest der Box wird mit feuchtem (nicht nassem!) Buchenlaub aufgefüllt und schließlich mit einem Gitter versehen, damit die Schildkröten, falls sie aus unerwarteten Gründen wach werden sollten, nicht herausklettern und sich verletzen können. Am Abend wird nochmal vorsichtig nachgesehen ob auch wirklich alle ruhen.
Wichtig ist, dass nicht zu viele Tiere in eine Box "gepackt" werden! Ausgewachsene Tiere überwintern bei uns in je einer eigenen Box. Bei Jungtieren handhaben wir es so, dass 3-5 Tiere (je nach Größe) in eine Box kommen. Die Schildkröten sollten sich während der Winterstarre nicht berühren, da dies die anderen Tiere stört und bei einer unerkannten Krankheit zu Problemen führen kann. Wenn bspw. eine Schildkröte in der Winterstarre verendet (was bei der richtigen Vorsorge und Einwinterung natürlich nicht passieren sollte) kann das Leichengift (Bakterien) zu Komplikationen führen!
Wichtiges während der Winterstarre- die Temperatur muss regelmäßig überprüft werden. Sie darf zwischen 3,5 und 6,5°C schwanken.
- das Substrat muss immer erdfeucht sein und ebenfalls regelmäßig überprüft werden. Es empfiehlt sich im Kühlschrank einige nasse Handtücher zwischen die Boxen zu legen.
- untersuchen und wiegen sie ihre Tiere alle 4 Wochen zügig und ohne großen Temperaturunterschied Erschrecken Sie nicht, wenn ihnen keine Atmung auffällt - diese ist soweit heruntergeschraubt, dass in der Minute nur 1-2 Atemzüge stattfinden. Überprüfen sie durch berühren der Hinterbeine, ob die Tiere noch reagieren und schauen sie sich auch den Bauchpanzer an. Weist dieser deutliche rote Flecken auf, sollte das Tier sofort ausgewintert werden - es besteht die Gefahr einer Sepsis (Blutvergiftung) oder Erfrierung. Ein Gewichtsverlust von max. 10% während der Winterstarre ist noch im Rahmen. Nimmt ein Tier mehr als 10% ab, muss auch hier die Winterstarre abgebrochen werden. Meist ist eine zu trockene Überwinterung daran schuld!
- öffnen sie die Kühlschranktür 2-3mal in der Woche für etwa 20sek, um einen Luftaustausch zu gewährleisten.
- nicht zu viele Tiere in einer Box/Kiste überwintern - Tiere sollten sich nicht berühren!
Länge/Dauer der Hibernation
Die Dauer der Winterstarre hängt von der Herkunft - jedoch nicht vom Alter - der Tiere ab. Aus tiefliegenden Gebieten oder Küstennähe stammende Exemplare sind i. d. R. an eine 3 bis 4 monatige Winterstarre angepasst. Tiere aus höher gelegenen und somit kühleren Gebieten halte eine Winterstarre von 4 bis zum Teil 5 Monaten. Sollten Sie nicht wissen, aus welchem Gebiet Ihre mediterranen Landschildkröten kommen, so ist der Mittelwert der genannten Zeitspannen (also 4 Monate) sicherlich nicht verkehrt.
Jungtiere sollten eine genauso lange Winterstarre halten wie adulte Tiere, da sie ansonsten schneller wachsen würden, was zu krankhaften Problem führen kann. Sehr selten kommt es bei Schlüpflingen auch mal zu Ausfällen während der Winterstarre, jedoch sehe ich dies eher als natürliche Auslese an. Diese Tiere sind nicht zu 100 % lebensfähig und würden vermutlich bei der nächsten Winterstarre auf der Strecke bleiben. Aus diesem Grund verkaufen wir unsere Nachzuchten auch erst nach der 1. Winterstarre. Dann können wir auch wirklich sicher sein, dass die Tiere vollkommen gesund und fit sind und sie mit gutem Gewissen an die neuen Halter abgeben.
Beendigung der Winterstarre / Auswinterung
Bei der Überwinterungsmethode im Frühbeet oder Gewächshaus wird die Aktivphase durch äußere Einflüsse, sprich anheben der Temperatur und Anschalten der Spotstrahler im Frühbeet/Gewächshaus, eingeläutet. Zunehmende Tageslänge, steigende Temperaturen, vermehrter UV-B-Anteil im Sonnenlicht und verschiedene Hormone führen dazu, dass sich die Tiere an die Oberfläche graben und ihr erstes Sonnenbad genießen. Die Aufwachphase, in der die Tiere immer mal wieder abtauchen und sich wieder ausgraben, dauert etwa eine Woche. Eine Nahrungsaufnahme findet meist erst nach dieser Phase statt. Männliche Schildkröten erwachen etwas früher aus der Winterstarre, da sie schon Ausschau nach Weibchen halten - im Frühjahr ist die Hauptpaarungszeit mediterraner Landschildkröten. Die Beleuchtungsdauer und Temperatur im Frühbeet/Gewächshaus wird nach dem Erwachen stetig angehoben bzw. den Werten, die im natürlichen Lebensraum herrschen, angepasst - siehe dazu auf den weiter oben zufindenden Plan!
Werden die Schildkröten im Kühlschrank überwintert, muss man logischerweise manuell die Aufwachphase einleiten. Der Kühlschrank wird gegen Ende März langsam jeden 3. Tag niedriger gestellt, sodass die Temperatur im Inneren von 5°C auf 8°C bis hinzu 12°C steigt. Am 4. Tag nehmen wir dann die Überwinterungsboxen mit den Tiere heraus und stellen diese in einen hellen aber kühlen Raum, indem Temperaturen von ca. 15 °C (tagsüber) und 12 °C (nachts) herrschen. Die Tiere werden unterschiedlich schnell wieder agil - manche bereits nach wenigen Tagen, andere erst nach einer Woche. Wenn die Tiere nun anfangen herum zu laufen und aus der Box wollen, werden sie in ihr Frühbeet/Gewächshaus gebracht.
Wichtiges nach der Winterstarre- die Temperatur langsam aber stetig hochfahren!
- baden Sie ihre Schildkröten nach dem Erwachen (erst wenn sie schon aktiv herumlaufen!) in handwarmem, mit Wasser verdünnten Kamillentee (trinken die Tiere sehr gerne!), damit sie ihren Wasserhaushalt wieder regulieren können. Meist setzen sie dabei auch den ersten Harn ab!
- die erste Nahrungsaufnahme findet erst nach mehreren Tagen statt!
- kontrollieren Sie nochmals die Tiere und deren Gewicht - genau wie während der Winterstarre!
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